Chancengleichheit im Bildungssystem
Chancengleichheit wird im deutschen Bildungssystem derzeit alles andere als groß geschrieben. In kaum einem anderen Industrieland, ist der Bildungserfolg so stark von der sozialen Herkunft abhängig, wie in Deutschland. Dies ist spätestens seit den Ergebnissen der PISA-Studien allgemein anerkannt. Hier muss dringend etwas getan werden. Unsere Position: Endlich Reformen! Reformen! Reformen! Nur 6 von 100 Arbeiterkindern etwa beginnen ein Hochschulstudium, während 49 von 100 Kindern aus einkommensstarken Familien eine Universität besuchen. Ähnliche Unterschiede ergeben sich bei der Betrachtung der Schülerzusammensetzung von Gymnasien. Der Anteil der Kinder aus den so genannten „bildungsnahen Schichten“ ist hier viermal so hoch wie der Anteil der Kinder aus Facharbeiterfamilien. An den Hauptschulen dagegen kehrt sich dieses Verhältnis um. Hier stammen etwa 45 % der Schüler aus den unteren sozialen Schichten.

Besonders schlechte Karten besitzen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Sie haben im Vergleich eine dreimal schlechtere Chance als deutsche Jugendliche, nach der Grundschule auf das Gymnasium zu wechseln bzw. besteht ein neunmal höheres Risiko, dass sie auf die Hauptschule wechseln. Zudem verlassen sie die Schule häufiger als deutsche Jugendliche ohne Schulabschluss. (2002:19,2 %; Deutsche: 7,9 %) (vgl. Motakef, 2006:27/28 sowie Statistisches Bundesamt, 2006: 481)